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Was kostet ein Physiotherapeut die Praxis im Monat? | WGW
Kalkulation

Was kostet ein Physiotherapeut
die Praxis im Monat?

Das Bruttogehalt ist nur der Anfang. Entscheidend ist, was am Ende pro Behandlungsstunde übrig bleibt.

Von Was Geht Web Physio & Praxismarketing ~8 Min. Lesezeit 07.09.2026
Die kurze Antwort vorab: Die tatsächlichen Kosten liegen deutlich über dem Bruttogehalt: Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Urlaub, Lohnfortzahlung, Fortbildung und Arbeitsplatzkosten kommen dazu. Als Faustregel rechnen Praxen mit rund einem Drittel Aufschlag auf das Brutto, plus Fixkosten für Raum und Ausstattung. Ob sich die Stelle trägt, entscheidet nicht das Gehalt, sondern die Auslastung.

Der schnelle Überblick

Diese Posten bestimmen die tatsächlichen Kosten einer Stelle:

✅ Direkte Wirkung

Bruttogehalt

Der offensichtliche Posten – aber nur etwa drei Viertel der wahren Kosten.

✅ Direkte Wirkung

Arbeitgeberanteile

Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung plus Umlagen. Kommen automatisch dazu.

✅ Direkte Wirkung

Ausfallzeiten

Urlaub, Krankheit, Fortbildung. In dieser Zeit läuft das Gehalt weiter, der Umsatz nicht.

⚠️ Kommt drauf an

Fortbildungsbudget

Kostet Geld und Arbeitszeit – erhöht aber die abrechenbaren Leistungen und bindet Personal.

⚠️ Kommt drauf an

Arbeitsplatzkosten

Behandlungsraum, Geräte, Software. Fallen ohnehin an, sind aber pro Kopf zu rechnen.

❌ Funktioniert nicht

Nur aufs Gehalt schauen

Wer nur das Brutto kalkuliert, unterschätzt die Stelle um ein Drittel oder mehr.

01 Die Kostenblöcke im Überblick

Um zu wissen, was eine Therapeutin die Praxis wirklich kostet, muss man vier Ebenen zusammenrechnen. Nur die erste steht im Arbeitsvertrag.

  • 01

    Bruttogehalt

    Der Ausgangswert. Er unterscheidet sich stark nach Region, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen – deine eigene Zahl ist hier die einzige, die zählt.

  • 02

    Arbeitgeberanteile und Umlagen

    Sozialversicherung, Umlagen und Berufsgenossenschaft. Dieser Block macht den größten Teil des Aufschlags aus.

  • 03

    Bezahlte Zeit ohne Umsatz

    Urlaubstage, Krankheitstage, Fortbildungstage, Feiertage. Rechne aus, wie viele Arbeitstage im Jahr tatsächlich behandelt wird – die Differenz ist Teil der Kosten.

  • 04

    Arbeitsplatz und Ausstattung

    Anteilig Raummiete, Geräte, Software-Lizenzen, Berufskleidung, Fortbildungsbudget.

Als grobe Orientierung: Auf das Bruttogehalt kommt rund ein Drittel Aufschlag, bevor Raum- und Sachkosten überhaupt berücksichtigt sind.

💡

Wichtig: Rechne einmal mit deinen echten Zahlen durch, statt mit Faustregeln. Der Unterschied zwischen 28 und 38 Prozent Aufschlag entscheidet, ob eine Stelle sich trägt.

02 Wann sich eine Stelle trägt

Die eigentliche Frage ist nicht, was die Stelle kostet, sondern ab welcher Auslastung sie sich rechnet. Dafür brauchst du drei Werte.

Die drei Zahlen, die du kennen musst:

  • Vollkosten pro Monat– Brutto plus Arbeitgeberanteile plus anteilige Raum- und Sachkosten.
  • Tatsächliche Behandlungstage– Arbeitstage im Jahr minus Urlaub, Krankheit, Fortbildung – geteilt auf zwölf Monate.
  • Durchschnittserlös je Behandlungseinheit– Über alle Leistungen gemittelt, Kasse und Selbstzahler zusammen.

Aus diesen drei Werten ergibt sich, wie viele Einheiten pro Tag nötig sind, damit die Stelle kostendeckend ist. Alles darüber ist Deckungsbeitrag.

~1/3 Aufschlag auf das Brutto als grobe Orientierung
3 Zahlen Vollkosten, Behandlungstage, Durchschnittserlös
Auslastung entscheidet, nicht die Höhe des Gehalts

03 Die Hebel auf die Rentabilität

Wenn eine Stelle sich nicht trägt, ist die erste Reaktion oft der Blick aufs Gehalt. Das ist meist der schwächste Hebel – und der, der Personal kostet.

Die stärkeren Hebel liegen auf der Erlösseite und bei der Auslastung, nicht bei den Personalkosten.

Was tatsächlich etwas bewegt:

  • Selbstzahlerleistungen im Angebot– Freie Preisgestaltung statt Kassensatz. Der direkteste Hebel auf den Durchschnittserlös.
  • Ausfallquote senken– Nicht wahrgenommene Termine kosten die volle Stunde. Erinnerungen und klare Ausfallregeln wirken sofort.
  • Terminlücken schließen– Eine Lücke am Vormittag kostet dasselbe wie eine Behandlung, bringt aber nichts ein.
  • Zusatzqualifikationen nutzen– Manuelle Therapie, Lymphdrainage, KG-ZNS erhöhen den abrechenbaren Satz – wenn sie auch eingesetzt werden.
  • Verwaltungszeit reduzieren– Jede Stunde Papierkram ist eine nicht behandelte Stunde. Digitale Dokumentation und Online-Terminanfragen entlasten spürbar.
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04 Was eine unbesetzte Stelle kostet

Die Rechnung hat eine Kehrseite, die viele Praxen unterschätzen: Eine offene Stelle kostet ebenfalls Geld – nur taucht dieser Posten in keiner Buchhaltung auf.

⚠️

Der unsichtbare Verlust: Jeder Monat ohne Besetzung bedeutet abgelehnte Anfragen, längere Wartezeiten und Mehrbelastung im bestehenden Team – und damit ein höheres Risiko, dass die nächste Kündigung folgt.

Rechne den Deckungsbeitrag, den eine besetzte Stelle erwirtschaften würde, gegen die Monate der Vakanz. Das Ergebnis relativiert die Frage, ob sich ein höheres Gehalt oder eine Investition ins Recruiting lohnt.

Eine Stelle, die sechs Monate offen ist, kostet die Praxis meist mehr als der Gehaltsunterschied, der zur schnelleren Besetzung nötig gewesen wäre.

05 Was wir anders machen

Wir rechnen keine Gehälter aus – das macht deine Steuerberatung besser. Aber wir sorgen dafür, dass die Stelle überhaupt besetzt werden kann und dass die Auslastung stimmt.

Denn beide Seiten der Rechnung sind ein Sichtbarkeitsthema: Bewerber, die dich finden, und Patienten, die die Termine füllen.

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06 Fazit: Was du jetzt mitnehmen kannst

Personalkosten lassen sich nicht pauschal beziffern – aber die Struktur der Rechnung ist immer dieselbe. Wer sie kennt, entscheidet auf Basis von Zahlen statt Bauchgefühl.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • 1.

    Das Brutto ist nur ein Teil

    Rechne mit rund einem Drittel Aufschlag, plus anteilige Raum- und Sachkosten.

  • 2.

    Bezahlte Zeit ohne Umsatz mitrechnen

    Urlaub, Krankheit und Fortbildung reduzieren die Behandlungstage spürbar.

  • 3.

    Die Auslastung entscheidet

    Nicht die Gehaltshöhe. Erlös je Einheit und gefüllte Termine sind die stärkeren Hebel.

  • 4.

    Eine offene Stelle kostet auch

    Meist mehr, als die schnellere Besetzung gekostet hätte.

🎯

Die Frage ist nicht, ob du dir eine Therapeutin leisten kannst. Die Frage ist, ob deine Praxis genug Anfragen hat, um ihre Termine zu füllen.

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