Was kostet ein Physiotherapeut
die Praxis im Monat?
Das Bruttogehalt ist nur der Anfang. Entscheidend ist, was am Ende pro Behandlungsstunde übrig bleibt.
→ Der schnelle Überblick
Diese Posten bestimmen die tatsächlichen Kosten einer Stelle:
Bruttogehalt
Der offensichtliche Posten – aber nur etwa drei Viertel der wahren Kosten.
Arbeitgeberanteile
Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung plus Umlagen. Kommen automatisch dazu.
Ausfallzeiten
Urlaub, Krankheit, Fortbildung. In dieser Zeit läuft das Gehalt weiter, der Umsatz nicht.
Fortbildungsbudget
Kostet Geld und Arbeitszeit – erhöht aber die abrechenbaren Leistungen und bindet Personal.
Arbeitsplatzkosten
Behandlungsraum, Geräte, Software. Fallen ohnehin an, sind aber pro Kopf zu rechnen.
Nur aufs Gehalt schauen
Wer nur das Brutto kalkuliert, unterschätzt die Stelle um ein Drittel oder mehr.
01 Die Kostenblöcke im Überblick
Um zu wissen, was eine Therapeutin die Praxis wirklich kostet, muss man vier Ebenen zusammenrechnen. Nur die erste steht im Arbeitsvertrag.
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01
Bruttogehalt
Der Ausgangswert. Er unterscheidet sich stark nach Region, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen – deine eigene Zahl ist hier die einzige, die zählt.
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02
Arbeitgeberanteile und Umlagen
Sozialversicherung, Umlagen und Berufsgenossenschaft. Dieser Block macht den größten Teil des Aufschlags aus.
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03
Bezahlte Zeit ohne Umsatz
Urlaubstage, Krankheitstage, Fortbildungstage, Feiertage. Rechne aus, wie viele Arbeitstage im Jahr tatsächlich behandelt wird – die Differenz ist Teil der Kosten.
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04
Arbeitsplatz und Ausstattung
Anteilig Raummiete, Geräte, Software-Lizenzen, Berufskleidung, Fortbildungsbudget.
Als grobe Orientierung: Auf das Bruttogehalt kommt rund ein Drittel Aufschlag, bevor Raum- und Sachkosten überhaupt berücksichtigt sind.
Wichtig: Rechne einmal mit deinen echten Zahlen durch, statt mit Faustregeln. Der Unterschied zwischen 28 und 38 Prozent Aufschlag entscheidet, ob eine Stelle sich trägt.
02 Wann sich eine Stelle trägt
Die eigentliche Frage ist nicht, was die Stelle kostet, sondern ab welcher Auslastung sie sich rechnet. Dafür brauchst du drei Werte.
Die drei Zahlen, die du kennen musst:
- Vollkosten pro Monat– Brutto plus Arbeitgeberanteile plus anteilige Raum- und Sachkosten.
- Tatsächliche Behandlungstage– Arbeitstage im Jahr minus Urlaub, Krankheit, Fortbildung – geteilt auf zwölf Monate.
- Durchschnittserlös je Behandlungseinheit– Über alle Leistungen gemittelt, Kasse und Selbstzahler zusammen.
Aus diesen drei Werten ergibt sich, wie viele Einheiten pro Tag nötig sind, damit die Stelle kostendeckend ist. Alles darüber ist Deckungsbeitrag.
03 Die Hebel auf die Rentabilität
Wenn eine Stelle sich nicht trägt, ist die erste Reaktion oft der Blick aufs Gehalt. Das ist meist der schwächste Hebel – und der, der Personal kostet.
Die stärkeren Hebel liegen auf der Erlösseite und bei der Auslastung, nicht bei den Personalkosten.
Was tatsächlich etwas bewegt:
- Selbstzahlerleistungen im Angebot– Freie Preisgestaltung statt Kassensatz. Der direkteste Hebel auf den Durchschnittserlös.
- Ausfallquote senken– Nicht wahrgenommene Termine kosten die volle Stunde. Erinnerungen und klare Ausfallregeln wirken sofort.
- Terminlücken schließen– Eine Lücke am Vormittag kostet dasselbe wie eine Behandlung, bringt aber nichts ein.
- Zusatzqualifikationen nutzen– Manuelle Therapie, Lymphdrainage, KG-ZNS erhöhen den abrechenbaren Satz – wenn sie auch eingesetzt werden.
- Verwaltungszeit reduzieren– Jede Stunde Papierkram ist eine nicht behandelte Stunde. Digitale Dokumentation und Online-Terminanfragen entlasten spürbar.
Hast du genug Anfragen für eine weitere Stelle?
Wir schauen uns an, wie viele Patienten dich online überhaupt finden – und ob eine zusätzliche Kraft ausgelastet wäre.
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04 Was eine unbesetzte Stelle kostet
Die Rechnung hat eine Kehrseite, die viele Praxen unterschätzen: Eine offene Stelle kostet ebenfalls Geld – nur taucht dieser Posten in keiner Buchhaltung auf.
Der unsichtbare Verlust: Jeder Monat ohne Besetzung bedeutet abgelehnte Anfragen, längere Wartezeiten und Mehrbelastung im bestehenden Team – und damit ein höheres Risiko, dass die nächste Kündigung folgt.
Rechne den Deckungsbeitrag, den eine besetzte Stelle erwirtschaften würde, gegen die Monate der Vakanz. Das Ergebnis relativiert die Frage, ob sich ein höheres Gehalt oder eine Investition ins Recruiting lohnt.
Eine Stelle, die sechs Monate offen ist, kostet die Praxis meist mehr als der Gehaltsunterschied, der zur schnelleren Besetzung nötig gewesen wäre.
05 Was wir anders machen
Wir rechnen keine Gehälter aus – das macht deine Steuerberatung besser. Aber wir sorgen dafür, dass die Stelle überhaupt besetzt werden kann und dass die Auslastung stimmt.
Denn beide Seiten der Rechnung sind ein Sichtbarkeitsthema: Bewerber, die dich finden, und Patienten, die die Termine füllen.
06 Fazit: Was du jetzt mitnehmen kannst
Personalkosten lassen sich nicht pauschal beziffern – aber die Struktur der Rechnung ist immer dieselbe. Wer sie kennt, entscheidet auf Basis von Zahlen statt Bauchgefühl.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
-
1.
Das Brutto ist nur ein Teil
Rechne mit rund einem Drittel Aufschlag, plus anteilige Raum- und Sachkosten.
-
2.
Bezahlte Zeit ohne Umsatz mitrechnen
Urlaub, Krankheit und Fortbildung reduzieren die Behandlungstage spürbar.
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3.
Die Auslastung entscheidet
Nicht die Gehaltshöhe. Erlös je Einheit und gefüllte Termine sind die stärkeren Hebel.
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4.
Eine offene Stelle kostet auch
Meist mehr, als die schnellere Besetzung gekostet hätte.
Die Frage ist nicht, ob du dir eine Therapeutin leisten kannst. Die Frage ist, ob deine Praxis genug Anfragen hat, um ihre Termine zu füllen.
Die Stelle ist offen und es kommt keine Bewerbung?
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